kritik.png

Prinz Achmed in der Kritik

Zeitgenössische Filmkritiken

"Wenn man bedenkt, dass jede der agierenden Figuren in allen ihren Gelenken beweglich sein muss ... so kann man sich ungefähr eine Vorstellung davon machen, welch ein Wunderwerk hier geleistet ist. Aber auf das Technische allein kommt es ja nicht an, die Hauptsache ist, dass der Geist des Märchens hier in der filmischen Bilderfolge aufs glücklichste neu geboren ist und dass die Welt orientalischer Wunder, fabelhafter Vorgänge und den Mitteln einer an türkischen und japanischen Vorbildern geschulten Silhouettenkunst neu geschaffen ist." Vorwärts, 9.5.1926

"Lotte Reiniger benutzt die ideale Technik: den Silhouettenfilm. Die Silhouette ist nicht so wirklichkeitsnah wie ein plastisches Ding, und sei es noch so phantastisch erdacht; sie bewahrt dadurch den Zuschauer, besonders den kindlichen, vor dem Entsetzen, das sich einstellt, wenn Märchenhaftes bis über einen gewissen Grad der Anschaulichkeit hinaus greifbare Wirklichkeit wird. Die bewegliche Silhouette hält mit Charme ganz die richtige Grenze zwischen Kunstprodukt und Leben; man glaubt ihr genug, um gefesselt zu werden, und man glaubt ihr nicht genug, um bei dem Erlebnis des Übernatürlichen eine Gänsehaut zu kriegen." Weltbühne, Nr. 52, 24.12.1928

"Ein Meisterwerk! Sie wurde mit zaubernden Händen geboren."  Jean Renoir

Aktuelle Filmkritik

Anlässlich der Filmaufführung am 10. Oktober 2003 im Opernhaus Kairo/Ägypten mit der Originalmusik von Wolfgang Zeller (Bearbeitung: Gerhard Müller-Hornbach), gespielt vom Symphonie Orchester Kairo unter Leitung von Frank Strobel, erschien in der Zeitschrift "Mayo" ein ausführlicher Artikel über die Veranstaltung, in dem es u.a. heißt: "Das Publikum im großen Saal des Opernhauses klatschte laut, ausdauernd und von Herzen für nahezu zehn Minuten in einer Atmosphäre, die vom Zauber des Orients und von der Technik des Okzidents durchdrungen war. Vielleicht war dies der größte Beweis dafür, dass der Dialog der Zivilisationen und ihre Vermischung hervorragende Künste und Wissenschaften hervorbringt. ...  Obwohl der Film eine Pionierleistung ist, ging doch das Publikum wegen seines hohen historischen Wertes auf ihn ein, als ob er auf die Gegenwart zugeschnitten wäre, denn er zeigt den Blick des Westens auf den Osten in einer Weise, die keine Bigotterie enthält, sondern die Eigenheiten des Anderen respektiert, die legendären Elemente des Orients hervorhebt und deutlich macht, in welchem Maße die Menschen im Westen die Besonderheiten des Lebens im Orient in all seinen Details und Eigenheiten studiert und verstanden haben."

Auszeichnungen

Von der Online Film Critics Society (2003) wurde "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" als einziger deutscher Animationsfilm unter die "100 besten programmfüllenden Trickfilme aller Zeiten" gewählt. Nach einer Umfrage des Verbunds der deutschen Kinematheken (1995) zählt Lotte Reinigers "Prinz Achmed" zu den 100 wichtigsten deutschen Filmen.