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Dokumentarfilme

Lotte Reinigers Kunst

Ca. 1957 - Produktion: Primrose Film Productions, London - Regie: John Isaacs, Louis Hagen - Sprecher: Louis Hagen - 13 Min., s/w und Farbe

Abgetastet von einem 16mm-Material aus der Sammlung von Christel Strobel, Agentur für Primrose Film Productions, München, scheint dies die ältestete erhaltene Fassung in einer Reihe von Dokumentarfilmvarianten über Lotte Reiniger zu sein. Der ursprüngliche Dokumentarfilm "You've asked for it - The Art of Lotte Reiniger" von 1953 scheint nicht erhalten, da vermutlich das Originalmaterial aufgrund wechselnder Nutzung umgeschnitten und aktualisiert wurde.

Zu Beginn des Films werden Lotte Reiniger und das Abbey Arts Center vorgestellt, am Beispiel der Herstellung einer Zwergen-Silhouette demonstriert Lotte Reiniger ihre Arbeitsweise, und zum Abschluss sind Ausschnitte aus den zu jenem Zeitpunkt aktuellen Arbeiten, u.a. "Der Stern von Bethlehem", zu sehen.

Lotte Reiniger bei der Arbeit

Ein Scherenschnittfilm entsteht

The Art of Lotte Reiniger - 1971 - Produktion: Primrose Film Productions, London - Auftraggeber: FWU - Drehbuch: Louis Hagen - Regie: John Isaacs - Kamera: George Varjas - 15 Min., s/w und Farbe

Lotte Reiniger erklärt in diesem Dokumentarfilm die einzelnen Arbeitsschritte, die zur Gestaltung eines Scherenschnitt- oder Silhouettenfilms notwendig sind: Entwicklung eines Storyboards, Ausschneiden der Figuren, Animation auf dem Tricktisch, Vertonung. In ihrem Atelier in Abbey Arts Center, London, sind Skizzen, verschiedene Figuren und Dekorationen sowie der Tricktisch mit Unterlicht zu sehen. An Hand ihres Films "Papageno" zeigt Lotte Reiniger, wie sie eine Figur entwirft, ausschneidet, beweglich macht, aufnimmt und erläutert die Besonderheiten dieser Animation direkt vor der Kamera. Die Dokumentation schließt mit einem Beispiel ihres Experiments mit farbigen Hintergründen und der ersten farbigen Silhouettenfilmsequenz, dem Zwischenspiel aus der Pantomime "Der Froschkönig".

"Lotte Reinigers Kunst vereinigt in sich die Elemente mehrerer uralter Traditionen. Da ist einmal die Silhouette selbst, eine im 18. und 19. Jahrhundert sehr häufig verwendete Gattung, romantisch und zärtlich. Da ist zum zweiten das Schattentheater, eine Theaterform des Orients, sehr verbreitet in China und in den arabischen Ländern, von wo sie auch den Weg nach Europa fand. Drittes Element sind die Stoffe, die Lotte Reiniger in ihren Filmen verarbeitet: wieder die Märchentradition des Orients, aber auch die Märchen der großen deutschen Sammler ... Nimmt man dann noch die musikalischen Motive dazu, hat man alles zusammen." (Walter Schobert, ehem. Direktor des Deutschen Filmmuseums Frankfurt am Main)

 

Tanz der Schatten

... lautet der Titel eines neuen Dokumentarfilms, der die Aktualität Lotte Reinigers zeigt, die weltweit bis heute inspirierend auf die Kunst junger Animationsfilmer wirkt. Filmkünstler wie Michel Ocelot und Hannes Rall kommentieren die Wirkung des Werks, das durch die Animationen Ben Hibons bis in die magische Welt Harry Potters reicht. Der Film blendet von den Lebenserfahrungen der Künstlerin auf ihr Werk und enthält neu aufgefundenes Material, das Lotte Reiniger bei der Arbeit an ihren letzten Filmen in Kanada zeigt.

Der Dokumentarfilm "Tanz der Schatten" ist am Lehrstuhl für Film- und Fernsehwissenschaft des Instituts für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität in Tübingen entstanden. Unterstützt durch ein professionelles Filmteam und in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Tübingen arbeiteten Lehrende und Master-Studierende gemeinsam an dem ambitionierten Projekt der filmischen Wiederentdeckung einer bedeutenden Filmkünstlerin.

Regie: Susanne Marschall, Rada Bieberstein, Kurt Schneider - Deutschland 2012 - Produktion: Universität Tübingen, Eikon Südwest und Arte - Gefördert durch das Land Baden-Württemberg und die MFG Baden-Württemberg