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Harlekin

(1931/1932)

Regie & Animation: Lotte Reiniger - Mitarbeit: Carl Koch und Arthur Neher - Produktion: Towa Film, Berlin - · Musikarrangement (nach Stücken von Scarlatti, Pergolesi, Lully, Rameau, Couperin): Eric Walter White - Musikalische Leitung: Hans Bullerian - 22 Min., s/w

Lotte Reinigers – nach eigenem Bekunden – liebster Film erzählt augenzwinkernd vom Treiben einer Figur aus dem deutschen Theater, die Ende des 17. Jahrhunderts den derberen "Hanswurst" ablöste. Harlekin, Spaßmacher und Akrobat, witzig und durchtrieben, kommt auf die Erde herunter. Nach Herzenslust scherzt und flirtet er mit den Bauernmädchen. In das Mädchen Colombine aber verliebt er sich und heiratet es. Eines Tages wird Colombines Herrin, eine reiche und hässliche Jungfer, von Räubern angegriffen. Galant rettet ihr Harlekin das Leben und prompt verliebt sie sich in ihn. Geblendet von ihrem Reichtum, heiratet er auch sie, rennt jedoch schon in der Hochzeitsnacht weg. Von den Gendarmen des Ortes wird Harlekin gefangen, dem Gericht vorgeführt, zum Tode verurteilt – und erschossen. Nun erhebt sich der Teufel aus der Tiefe und beansprucht den lockeren Burschen, aber Colombine, die Harlekin wirklich liebt, kämpft mit dem Teufel und gewinnt ihren Liebsten für sich.

"Das beste Kleinkunstwerk dieser Saison – treibt alle Mickeys ins Mauseloch. Poesie und Kunstwerk eng verwoben. Eine Meistersilhouette." (Film-Kurier, 2.5.1932)