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Helen La Belle

(1957)

Regie und Animation: Lotte Reiniger - Mitarbeit: Carl Koch, Gerry Lee - Schnitt: John Richard Sealey - Produktion: Fantasia Productions Ltd., London - Produzent: Peter Shankland - Musik: Motive aus Jacques Offenbachs Oper "Die schöne Helena" - Musikarrangement: Ludo Philipp - Götter: Cupid, Venus, Minerva, Juno, Jupiter, Mercury - 14 Min., Farbe

1956 oder 1957 gründete Lotte Reiniger mit Fantasia Productions Ltd. eine eigene Firma in London, um selbstständig arbeiten zu können. Nur zwei Filme hat sie mit dieser Firma produziert, beide Filme scheinen nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein und wurden nur begrenzt vertrieben. Vermutlich blieb der Verleih auf England und überraschenderweise Japan beschränkt. Hierdurch wird deutlich, warum die Überlieferungslage für diese Filme sehr schlecht ist, und sowohl "Helen La Belle" als auch "A Night in a Harem" lange Zeit als verschollen galten. Der Schriftgutnachlass Lotte Reinigers ging nach ihrem Tod an das Stadtmuseum in Tübingen. In der Vielzahl an Papierdokumenten waren auch einige Rollen Filmmaterial, unter anderem ein 35mm kombiniertes Farbpositiv, Unikat des Films "Helen La Belle", jedoch leider nur die zweite von zwei Rollen. Diesen zweiten Akt, mit einer Länge von knapp über 4 Minuten, enthält die DVD von absolut Medien zusätzlich zu dem kompletten Film, der sich schließlich in der Sammlung des British Film Institute fand, um die stark unterschiedliche Farbwirkung der beiden Materialien zu präsentieren.

Zum Film: Ein Apfel mit der Aufschrift "To the fairest Goddess" (Für die schönste Göttin) fällt in die Hände des Paris, Sohn des Königs Priamos. Er soll entscheiden, welche der drei Göttinnen - Juno, Minerva oder Venus - die Schönste sei. Alle drei versprechen Paris etwas, damit er sich für sie entscheide. Er wählt Venus. Paris wird von Merkur zu Helena geführt, die mit König Menelaos verheiratet ist. Beide - Paris und Helena - verlieben sich. Durch eine List der Götter wird Menelaos verschleppt und Paris und Helena sind alleine glücklich.