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Dornröschen

(Sleeping Beauty, 1954)

Regie und Animation: Lotte Reiniger - Produktion: Primrose - Production Team: Carl Koch, Louis Hagen, Vivian Milroy - Musik: Freddie Phillips - Deutsche Fassung, Sprecher: Leo Bieber - 10 Min., s/w

"Es war einmal ein König und eine Königin" beginnt der Erzähler die Geschichte von Dornröschen: Mit aller Pracht wird die Geburt der Königstochter gefeiert, bis die dreizehnte Fee, die bei den Einladun­gen übergangen wurde, der kleinen Prinzessin weissagt, dass sie sich an ihrem fünfzehnten Geburtstag an einer Spindel stechen und tot umfallen soll. Diesen bösen Fluch kann die zwölfte der Feen zum hundertjährigen Schlaf abmildern. Obwohl alle Spindeln im Lande eingesammelt werden, lässt sich das Schicksal nicht aufhalten. Die Königstochter entdeckt einen alten Turm, in dessen Kammer eine geheimnisvolle Alte sitzt und spinnt. Der Spindelstich lässt die Verwünschung der Fee in Erfüllung gehen. Alles erstarrt im Schlaf und die Dornenhecke überwuchert das ganze Schloss. Im hundertsten Jahr kommt ein junger Königssohn, der die Sage von einem alten Schäfer gehört hat, und befreit Dornröschen mit dem erlösenden Kuss. Alles am Hofe erwacht wieder zum Leben. Es gibt eine präch­tige Hochzeit und die Dornenhecke fällt Stück für Stück in sich zusammen.

"Dornröschen" der Brüder Grimm spielte schon früh eine Rolle in Lotte Reinigers Leben. Wie sie gern erzählte, war eine Verfilmung dieses Märchens in einem Berliner Kino zu sehen, doch als sie mit ih­rer Großmutter dorthin kam, war der Film bereits abgesetzt. Ent­täuscht und wütend setzte die kleine Lotte sich vor dem Kino auf die Treppe und weinte, so dass der Kinobesitzer Erbarmen mit ihr hatte und den Film noch einmal besorgte ...