Zum Artikel springen

Hänsel und Gretel

(1954)

Regie und Animation: Lotte Reiniger - Produktion: Primrose - Production Team: Carl Koch, Louis Hagen, Vivian Milroy - Musik: Freddie Phillips - Deutsche Fassung, Sprecher: Gerard Heinz - 10 Min., s/w

Vor einem großen Wald steht das einfache Häuschen, in dem die Kinder Hänsel und Gretel mit ihren Eltern wohnen. Eines Tages lau­fen sie, ganz im Spiel vertieft, einem munteren Eichhörnchen nach. Von Reh und Hase begleitet, geraten sie immer tiefer in den Wald und stehen plötzlich vor dem Kuchen- und Zuckerhaus der Hexe. Die verzaubert die Kinder mit ihrem Hexenstock, so können sie den Gar­ten des Hexenhauses nicht mehr verlassen. Gretel muss arbeiten und Hänsel wird zu einer Gans in den Käfig gesperrt und soll gemästet werden. In dieser ausweglos scheinenden Lage entdeckt Gretel das Eichhörnchen und sie beschließen, sich zu wehren. Das Mädchen, das Eichhörnchen und die Gans überwältigen die Hexe - ihr Zauber­stock wird zerbrochen und damit löst sich die Hexe samt Hexenhaus im Nichts auf. So ist der Heimweg für Hänsel und Gretel frei. Von Gans und Eichhörnchen begleitet kehren sie heim - glücklich schlie­ßen die besorgten Eltern ihre Kinder wieder in die Arme.

Lotte Reinigers "Hänsel und Gretel" enthält einige Änderungen der Grimmschen Vorlage, vor allem betrifft das den Schluss. Sie selbst hätte den wohl gern dem Original entsprechend gestaltet und die Hexe im Ofen verbrennen lassen, was jedoch nach Meinung der (aus Deutschland emigrierten) Produzenten so wenige Jahre nach dem Holocaust auch in einem Silhouettenfilm tabu war. So zerbricht mit dem Zauberstock der Hexe das Böse, was auch als ein eindeutiges Symbol gedeutet werden kann - durchaus im Sinne von Lotte Reini­ger.